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ER001 grüne Gentechnik

über gezielte Gestaltung und zufällige Mutation von Pflanzen

Teilnehmer

Gerd Spelsberg
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Jochen Schumacher
Jochen Schumacher

Grüne Gentechnik oder Agrogentechnik wendet gentechnische Verfahren an, um Pflanzen im Rahmen der Züchtung gezielt zu verändern. Dabei gibt natürlich der Mensch, wie in der mehr als 10.000 Jahre alten Geschichte der Pflanzenzüchtung, die Ziele vor.

Das Saatgut für die Neuaussaat von Pflanzen wurde über viele tausend Jahre manuell selektiert, später gezielt gekreuzt, um dann nach den Erkenntnissen Mendels verpaart zu werden. So hat der Mensch einen reichen Schatz an Sorten erzeugt, die mit den unterschiedlichsten Eigenschaften einem breiten Spektrum an Anforderungen gerecht wurden.

Die DNA-Sequenzierung und die daraus resultierenden Erkenntnisse haben der klassischen Züchtung ein sehr viel breiteres Fundament gegeben. Das gezielte Einschleusen einzelner Gene in das Erbgut brachte einzelne Erfolge, die aus heutiger Sicht hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückblieben. Derzeit werden vor allem herbizid- und insektenresistente Pflanzensorten genutzt.

Mit dem Journalisten und Autor Gerd Spelsberg spreche ich über die lange Geschichte der Pflanzenzucht, Anwendungsbereiche, Versprechen, Realität, Umweltschutz, Wirtschaftlichkeit, Ängste, Natürlichkeit und Hoffnungen der grünen Gentechnik.

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Eure Rückmeldungen

2 Kommentare
  1. A. M. Reichel
    A. M. Reichel sagte:

    Herzlichen Glückwunsch zur ersten Episode des erdradio!
    Gleich zum Einstieg geht es hier in der Tat um ein äußerst vielschichtiges und kontrovers diskutierbares Thema. Ich finde die zunächst vergleichsweise neutrale Bestandsaufnahme der Thematik gentechnisch veränderter Organismen erst einmal recht gelungen, weil nicht direkt als hoch emotional geführter Schlagabtausch präsentiert.
    Dennoch fehlen hier zur umfassenden Betrachtung m. E. etliche Aspekte im Bereich der Aufnahme dieser Technologie durch die Bevölkerung (hier mehr zum Ende des Gesprächs thematisiert, als es um die erstaunliche “Dämonisierung” der Gentechnologie durch die von den Verbrauchern gewollte Kennzeichnungspflicht geht). Nach dem ersten Hören muss ich für mich zunächst das Resümee ziehen, dass dieses Thema mit seinen vielen Ecken, Kanten und Fallstricken wohl noch weitere Gesprächspartner vertragen könnte. Beispielsweise wird noch eher wenig darauf eingegangen, dass mit zunehmenden Einsatz teurer technologiebasierter Neuzüchtungen auch die Monopolisierung des Saatguthandels eine politische Gefahr darstellt. Ich setze mich seit Jahren im Freizeitbereich und in kleinem Rahmen für den Erhalt samenfesten Saatgutes ein, dass durch traditionelle Selektionsverfahren sehr gute standortbezogene Resistenzen gegen ungüsntige Umweltbedingugen aufweist. Der alljährliche Nachbau dieses Saatgutes, hat man es erst einmal ein der Hand, kostet nichts und sichert die Nahrungsgrundlage der Menschen ohne jegliche Anhängigkeit von Konzernen. Es gibt ja durchaus Aktivisten, die es für ein grundsätzliches Recht jedes Menschen halten, eigenes Saatgut auf dem eigenen Acker alljährlich vermehren zu können – und die dieses Recht mittlerweile gefährdet sehen. In diesem Zusammenhang war der Fall Percy Schmeiser bereits vor vielen Jahren ein gutes Beispiel für den Umgang von Großkonzernen mit Kritikern der Technolgie. Ich war 2008 zu einem Vortarg von Percy Schmeiser hier in Deutschland, mitlerweile gibt es den damals Aufsehen erregenden Film “David versus Monsanto” auch komplett im Netz zu sehen und Schmeiser erhielt, neben dem alternativen Nobelpreis, auch einen deutschen Umweltschutzpreis.
    Dies vielleicht als Hinweis auf eine der vielen, vielen Facetten dessen, was der große Baukasten der Natur unter uns Menschen auslösen kann. Solange wir in einem fairen Dialog bleiben, kann ja eigentlichnicht viel schief gehen.

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    • Jochen Schumacher
      Jochen Schumacher sagte:

      Vielen Dank für den Kommentar und die Hinweise. Die Links auf Percy Schmeiser und den Film habe ich mir erlaubt nachzutragen.

      In der Tat ist das kein Thema, sondern eine Themenfeld. Ich zähle auf Verständnis; Irgendwo muss ich ja anfangen …

      Ich glaube man muss gedanklich trennen. Auf der einen Seite die Forschung nach dem Wissen um eine Methode oder Technologie. Auf der anderen Seite das politische und rechtliche Umfeld zur Anwendung einer Methode oder Technologie. Bei letzterem entstehen ja meist, bedingt durch den Anspruch auf die endgültige Meinung, die unüberwindlichen Kommunikationshürden.

      Schön wäre, wenn die Sendung ein erster Beitrag zu einem entspannteren Gedankenaustausch wäre. Die Herausforderungen sind zu komplex um Sie mit Aufgeregtheit zu lösen. ;o)

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